Es ist wieder Dienstag, d.h. es ist Zeit für einen neuen Blog!
Letzte Woche war ich ja übereifrig und hab den Beitrag schon montags in den Æther geschickt. Heute wird es wohl eher kurz vor knapp werden. Aber wie heißt es so schön? Besser spät, als nie!
Das heutige Thema ist:
Meine viktorianischen Schuhe
Schuhe- Eine Leidenschaft die fast jede Frau kennt.Frauen sind dafür bekannt, Schuhe im Überfluss zu besitzen und sich immer wieder Unmengen davon zu kaufen.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich tatsächlich genau so war und heutzutage immer noch schwer an einem Schuhgeschäft vorbei komme.
Dennoch habe ich inzwischen den wahllosen Kauf von billigen, unbequemen Schuhen (Hauptsache sie kosten fast nix und sehen schön aus...haha) gestoppt und gönne mir ab und zu ein Paar hochwertigerer Treter, da ich mit den Jahren tatsächlich Probleme beim Gehen bekommen habe. Denn inzwischen bin ich zu der Überzeugung gelangt: Wenn es um das Wohl des Fußes geht sollte Qualität doch vor Quantität stehen!
Besonders wichtig finde ich, dass ein Schuh bequem sein sollte, aber natürlich möchte ich nicht in irgend welchen "Oma Tretern" herum laufen. Die einzigen Schuhe, die gern als "altmodisch" verschriehen werde, welche ich liebe sind Schuhe im viktorinaischen Stil. Diese trage ich sowohl gerne im Alltag als auch zu meinen Kostümen. Für mich ist diese Schuhform einfach klassisch und schick. Zudem geben sie jedem Steampunk- und viktorianischen Outfit den letzten Schliff!
Vor 10 Jahren hatte ich das Glück via eBay ein paar original viktorianische Treter zu ersteigern. Da ich eine "Jederman's Größe (39) trage, waren diese Schuhe mit ihren 89€ Endauktions-Preis auch nicht gerade billig, aber was investiert man nicht alles in seine Leidenschaft? Darüber hinaus sind diese Schuhe einfach ein Stück Geschichte!
Was mich auch total überrascht hat: Die Schuhe waren "neu" und ungetragen! Sie kamen sogar im Original Karton an (zumindest meine ich mich daran zu erinnern, dass er eine alte Aufschrift hatte), der leider völlig ramponiert war und zu meinem Bedauern im Müll gelandet ist.
Normalerweise mache ich mir bei meinen Antiquitäten immer Gedanken, wem das wohl mal gehört hat, ob die Person es gerne getragen hat etc. Das war hier leider nicht möglich.
Inzwischen besitze ich diese wundervollen Schuhe seit über 10 Jahren und ich kann nur sagen: Sie sehen nicht nur ganz entzückend aus, sie sind obendrein noch sehr bequem!
Um euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, hier mal ein paar Bilder:
Ursprünglich hatte ich wirklich Probleme damit, sie anzuziehen, weil ich nicht wollte, dass sie kaputt gehen. Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu überwunden und nun haben sie jetzt endlich einen Nutzen. Inzwischen halten sie ja auch schon wirklich unglaublich lange. Mit guter Pflege und einem guten Schuhmacher (an dieser Stelle, liebe Grüße an den Herrn S.!) sollten sie auch noch ein paar Jahre halten, da ich sie ja nicht ständig trage.
Worauf sollte man beim Kauf von antiken Schuhen achten?
Zu berücksichtigen ist: Damals gab es andere Größenbezeichnungen als die, die wir aus unserer heutigen Schuhindustrie kennen. Dies ist aber auch glaube ich etwas, womit man leben kann. Schließlich sind die Größenbezeichnungen noch heutzutage teilweise von Land zu Land verschieden. Meine Schuhe sind bsw mit Größe "43" ausgezeichnet. Wie oben bereits erwähnt trage ich aber Schuhgröße 39.
Daher: Falls ihr eine Onlineauktion entdeckt und die Größenangaben nicht genau sind, messt euren Fuß aus (Länge vom großen Zeh ab gemessen bis zum Ende der Verse, wie es genau geht könnt ihr ja auch den Freund Google befragen) und fragt ggf. beim Verkäufer nach.
Wenn ihr eure antiken Schätzchen dann besitzt achtet bitte darauf, dass
- das alte Leder gepflegt wird. Ich reibe meine Schuhe regelmäßig mit Sattlerfett ein. Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, fragt am besten beim Schuhmacher eurer Wahl nach!
- sie NICHT dauerhaft starkem Licht ausgesetzt sind. Das macht das Material brüchig (egal ob Stoff oder Leder) und lässt die Farben verblassen. (Geschieht übrigens auch mit modernem Schuhwerk ;-))
Übrigens, da fällt mir gerade ein! Ich wollte euch ja auch noch etwas zu einem tollen Buch schreiben, dass ich letztes Jahr auf dem Jingle Bells (viktorianischer Weihnachtsmarkt in Saarburg, jedes 3.Advents-Wochenende!) erstanden habe:
Schuhe- Moden & Design im 20. Jahrhundert von Angela Pattison und Nigel Cawthorne
Bassermann Verlag ISBN 3-8094-0655-4
Das Cover des Buches ist nicht wirklich ansprechend für den Vintage-Schuh-Liebhaber, aber als ich es aufgeschlagen habe und soooo viele wunderschöne alte Schuhe gesehen habe, musste ich es einfach mitnehmen. Besonders gefällt mir vorallem, das die Entwicklung der Schuhmode im Zusammenhang mit der allgemeinen Mode, dem Lebensgefühl und den Ereignissen der 10 Einzeldekaden des 20. Jahrhunderts aufgesplinted sind.
Aber schaut mal, was ich beim Durchblättern gefunden habe:
U.a. befindet sich in diesem Buch auch folgende Werbeanzeige. Na, erkennt ihr die Schuhe, die ich extra noch einmal heraus fotografiert habe? GENAU! Es sind meine!!!
Nun. Falls ihr nicht das Glück habt, an solche alten Schätze wie die von mir oben gezeigten Schuhe heran zu kommen oder ihr so etwas aus anderen Gründen vielleicht sogar ablehnt. Erinnert ihr euch? Vor ein paar Jahren waren diese alten Schuhformen total Trend. So kam man auch bei Deichmann und Co an solche Treter ran. Wenn ihr daher heute mit den Stichworten "Granny" oder "viktorianisch" bei Kleiderkreisel oder eBay sucht, kann es sogar passieren, dass man zwischen all den wirklich teilweise grausigen Schuhen ein paar solcher Schätze findet! Dabei gilt wie immer: Gedult sollte gegeben sein um sich durch die Online-Angebote durch zu lesen.
Dies wäre dann für heute auch mal genug. Leider ist der Eintrag heute nicht sonderlich lang und enthält nicht so viele Tipp's und Tricks wie ich das gerne gewollt hätte. Aber ich bin mir sicher, dass es in Zukunft sicher wieder einen Beitrag über Schuhe geben wird und diese dann wieder euer DIY-Herz höher schlagen lassen werden!
Bis nächste Woche!
Viel Spaß beim Lesen!
Eure
Méli






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